Anbau / Ernte

Häufig werden wir gefragt, warum der Spargel denn so teuer sein muss. Die Antwort darauf ist der hohe Aufwand des Anbaus und der Ernte des wahrlich königlichen Gemüses.

Im Frühjahr werden die Samenkörner des Spargels in den sorgfältig vorbereiteten Boden gelegt. In der darauffolgenden Zeit müssen die daraus entstehenden Pflänzchen gehegt und gepflegt werden, um dann im nächsten Jahr als kräftig entwickelte Wurzelpflanze gerodet werden zu können. Diese Pflanzen erwerben wir als Spargelerzeuger vom Spargelzüchter, um sie dann auf unseren Flächen im Frühjahr auszupflanzen. Dieser Boden wurde schon seit dem Herbst des vorangegangenen Jahres vorbereitet. Durch die Zugabe von nährstoffreichem Stallmist und Tiefenlockerung bis zu 80 cm mit Spezialgeräten werden optimale Bodenverhältnisse für die Pflanzung geschaffen.

Bei vielen herrscht noch die Meinung, dass der Spargelanbau ausschließlich auf Sandböden erfolgen kann. Durch züchterischen Fortschritt und moderne Anbaumethoden ist es aber durchaus möglich, auch auf schweren Böden Spargel erfolgreich zu kultivieren.
Die Spargelpflanzen werden in Reihen angelegt. Die Reihenabstände liegen zwischen 1,60 bis 1,80 m und die Pflanzen werden werden so tief abgelegt, daß beim Zudecken ca. 15 bis 22 cm Erde darauf kommt.
Im Pflanzjahr kann jedoch noch kein Spargel geerntet werden. Die Junganlage muss jedoch frei von Unkraut und Krankheiten gehalten und vor allzu großer Trockenheit bewahrt werden. Durch Photosynthese lagert die Pflanze Reservestoffe in die Wurzel ein, um dann, wenn im Herbst das Spargelkraut abgestorben ist, gut über den Winter zu kommen.
Im zweiten Jahr kann zu Beginn der Saison von jeder Pflanze der Junganlage eine Stange geerntet werden (ca. 10 Tage).
Es besteht auch die Möglichkeit der Verfrühung, d.h. des Vorverlegens des Saisonbeginn. Dies versucht man durch Abdecken mit Antitaufolie (transparente Folie), schwarzer Folie (auf schweren Böden) oder durch unterirdisches Beheizen zu erreichen. Letzteres lehnen wir aus ökologischen Gründen ab.
Im dritten Jahr wird die Anlage je nach Witterungsverhältnissen ca. 30 Tage beerntet und erst im vierten Jahr ist eine vollständige Beerntung bis zum 24. Juni möglich, ohne der Anlage zu schaden.

Auch die eigentliche Ernte des edlen Gemüses ist zeitaufwendig und kräftezehrend. Sie kann nur von Hand durchgeführt werden, ein geeigneter Spargelvollernter ist leider noch nicht entwickelt worden. Die Erntehelfer müssen in gebückter Haltung an den Reihen entlang gehen, um Stangen, die die Dammoberfläche durchstoßen, entdecken zu können. Um diese zu stechen, müssen sie in der Hocke oder auf den Knien zwei drittel der Stange freilegen, um sie ohne Beschädigung benachbarter Stangen zu ernten. Dann muß das gegrabene Loch wieder sorgfältig geschlossen werden, um auch in den nächsten Tagen wieder neue Stangen entdecken zu können, bevor sie an die Erdoberfläche gelangen und sich da, durch den Kontakt mit dem Tageslicht, violett oder grün verfärben.
Am Hof wird der Spargel von der anhaftenden Erde befreit und nach Stärke der Stangen und Qualität (Farbe, Stangenform, etc.) sortiert. Dies alles muß so schnell wie möglich vonstatten gehen, damit der Spargel so frisch wie nur möglich zum Kunden gelangt.

Ein kleines MPG-Video Spargelstechen (ca.350 KB) finden Sie hier.




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